Vitamin C aus Hagebutten

Geben Sie sich nicht mit einem Bruchteil zufrieden!

Bei Analysen wurde festgestellt, dass Hagebutten außerordentlich viel Vitamin C enthalten. In manchen Proben fand man fast so viel wie in der viel gelobten Acerola (1200 mg/100 g). Und weil insbesondere in wild wachsenden oder kaum veredelten alten Hagebutten noch viele weitere synergetisch wirkende Stoffe vorkommen, könnte die Wirkung im Körper sogar noch deutlich stärker sein.

Um den Tagesbedarf an Vitamin C zu decken, reicht schon das Fruchtfleisch von 5–6 reifen Hagebutten pro Tag.

Hagebutten sollten am besten nach dem ersten Frost gesammelt werden, wenn sie zur Reparatur der eigenen Zellen noch weitere heilende Polysaccharide aus den Wurzeln abziehen und damit die Heilstoffkonzentration in den Früchten ansteigt. Am besten werden sie vormittags an einem Früchte- oder Blütentag gesammelt.

Genießbar sind auch die Hagebutten von Rosen (unter der Voraussetzung, dass sie nicht gespritzt sind), aber sie enthalten erheblich weniger Vitamin C als autochthone Hagebutten.

Frisch geerntete Hagebutten sollten nach dem Sammeln auf einem warmen Ofen oder an einer anderen warmen, luftigen Stelle leicht angetrocknet werden. Versucht man, die frischen Hagebutten zu schneiden, kleben sie noch zu stark und es ist sehr schwer, die Härchen, die die Samen umgeben, vom saftigen Fruchtfleisch zu trennen.

Ist die äußere Haut der Hagebutten etwa halb trocken, ist der ideale Zeitpunkt, um die Nüsschen aus dem Fruchtfleisch herauszulösen. Werden die Hagebutten der Länge nach aufgeschnitten, sind die Samen leicht zu entfernen. Das Fruchtfleisch wird bei Bedarf noch mit Wasser abgewaschen und dann in einem Dörrgerät oder auf dem Ofen getrocknet. Die Temperatur darf beim Trocknen 36 °C nicht übersteigen.

Der Vorteil des getrockneten Hagebuttenfleischs ohne Samen ist, dass es neben Vitamin C auch alle anderen wertvollen Wirkstoffe aus dem Fruchtfleisch und der Hagebuttenschale enthält.

Werden für die Zubereitung von Tee oder die Herstellung anderer Präparate die ganzen Hagebutten verwendet, müssen die Härchen abgesiebt werden, da sie reizend wirken. So erhält man zwar gute Auszüge, doch darin fehlen die Stoffe, die an die Trockenmasse gebunden sind.

Wie viel geht beim Trocknen verloren?

Ziemlich viel! Mehrere Studien haben gezeigt, dass im fein gemahlenen Hagebuttenfleisch, das in Filterbeuteln als Tee verkauft wird, kaum noch Vitamin C vorhanden ist.

In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde ebenfalls festgestellt, dass in halbierten und schnell getrockneten Hagebutten mehr Vitamin C erhalten bleibt, als beim Trocknen der ganzen Hagebutten. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass man jeweils Hagebutten getestet hat, die in elektrischen Dörrgeräten getrocknet wurden.

Hagebutten können auch durch natürliche Trocknung haltbar gemacht werden, ohne dabei mit positiv geladenen Ionen bombardiert zu werden, die ihre antioxidative Kraft und ihren Vitamin-C-Gehalt mindern würden. Aus diesem Grund sind die Studienergebnisse nicht direkt auf die zu Hause selbst hergestellten Vorräte übertragbar.

Hagebuttentee in Filterbeuteln enthält im Vergleich zu frischem Hagebuttenfleisch nur einen geringen Anteil an Vitamin C. Die höchste Vitamin-C-Konzentration bleibt in entkernten Hagebuttenhälften erhalten.

Die Kraft frischer Hagebutten konservieren

Das klappt am besten, indem halb getrocknete und entkernte Hagebutten in ein Medium gemischt werden, das sie für längere Zeit konserviert. Die beste Methode ist es, das entkernte Hagebuttenfleisch sofort fein zu schneiden und in Honig zu mischen. Honig konserviert die Hagebutten, auch wenn sie nicht wärmebehandelt werden. Wichtig ist, dass ausreichend trockener Honig verwendet wird und keine zu großen Hagebuttenmengen dazu gegeben werden, weil der Honig ansonsten zu wässrig werden könnte.

Sollte das dennoch passieren, können Sie ein synergetisch wirkendes ätherisches Öl oder Gewürz in den Honig geben, das als Konservierungsmittel dient und damit das gesamte Präparat haltbar macht.

In der Praxis können Sie beispielsweise 4–5 Tropfen ätherisches Anisöl in 500 ml des Präparats geben (das ätherische Öl verleiht dem Honig das Aroma von Hustenbonbons). Oder geben Sie ätherisches Eukalyptusöl dazu und Sie erhalten ein ausgezeichnetes Erkältungsmittel für die Wintertage. Anstelle des ätherischen Öls oder zusätzlich zum ätherischen Öl können Sie einen Esslöffel Zimt in den Honig mischen. Zimt wirkt ebenfalls stark antimikrobiell und vermindert mit seiner Trockenheit den Feuchtigkeitsgehalt des Honigs.

Rezept

Am leichtesten werden die Hagebutten entkernt, wenn sie zuvor einige Tage getrocknet wurden. Das entkernte Fruchtfleisch in lauwarmes Wasser geben und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Morgen ist das Vitamingetränk trinkfertig. Abgießen und etwas lauwarmes Wasser hinzufügen, damit es angenehmer zu trinken ist.

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Kommentare

  1. Ich verstehe nicht warum es ohne Kerne mehr enthalten soll: „ Der Vorteil des getrockneten Hagebuttenfleischs ohne Samen ist, dass es neben Vitamin C auch alle anderen wertvollen Wirkstoffe aus dem Fruchtfleisch und der Hagebuttenschale enthält.“

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