Herstellung einer „intelligenten“ Tinktur aus Purpur-Sonnenhut

Möchten Sie, dass Ihre Sonnenhut-Tinktur „intelligenter“ wirkt?

Mit anderen Worten: Eine richtig zubereitete Tinktur aus dem Purpur-Sonnenhut stärkt das Immunsystem, wenn es nötig ist, und beruhigt es, wenn es über die Stränge schlägt, wie es bei einer schweren Grippe der Fall sein kann (starker Schleim in den Atemwegen usw.). Eine Tinktur, die nur aus den oberirdischen Teilen zubereitet wird, hat nicht die gleiche Wirkung wie eine Tinktur aus der ganzen Pflanze. Was ist der Unterschied und wie wird eine Tinktur aus der ganzen Pflanze hergestellt?

Warum ist es sinnvoll, sowohl die Wirkstoffe aus den oberirdischen als auch die unterirdischen Teilen des Sonnehuts in einer Tinktur zu kombinieren?

Die Forschung hat gezeigt, dass nur eine Tinktur, die aus einem alkoholischen Extrakt der ganzen, frischen Pflanze hergestellt wird, eine immunmodulatorische Wirkung (Regulierung der Reaktion des Immunsystems) haben kann. Das bedeutet, dass eine alkoholische Tinktur, die nur aus den oberirdischen Teilen hergestellt wird, nicht funktioniert, ebenso wenig wie der ausgepresster Saft der Pflanze mit Alkoholzusatz oder ein Tee aus den frischen oder getrockneten Blüten.

Warum?

Das liegt an den Alkylamiden, den Hauptwirkstoffen, die nur mit Hilfe von Alkohol und nur aus frischen Pflanzen in höchstem Maße extrahiert werden. Daher enthalten wässrige Extrakte, ausgepresster Saft oder Tee keine oder nur Spuren von Alkylamiden. Es ist daher wichtig, alkoholische Auszüge zu kaufen oder selbst herzustellen und auf die Frische des Ausgangsmaterials zu achten. Da die Alkylamide beim Trocknen der Pflanze verloren gehen oder nicht mehr zur Verfügung stehen, ist es am besten, frische Pflanzenteile für die Verarbeitung zu Tinkturen zu verwenden, d. h. unmittelbar nach der Ernte.

Wenn Sie dazu keine Zeit haben, sollte das Pflanzenmaterial auf jeden Fall innerhalb von 24 Stunden verarbeitet werden. Alfred Vogel war generell ein Anhänger der Herstellung von Heilkräuterpräparaten aus frischen Pflanzen. Moderne Analysen und Forschungen haben später gezeigt, dass er Recht hatte. So wurde beispielsweise festgestellt, dass der Alkylamingehalt einer Tinktur aus frischen Kräutern (81 mg/100 g) etwa doppelt so hoch war wie der einer Tinktur aus getrockneten Pflanzen (43 mg/100 g).

Und warum ist es wichtig, dass die Tinktur Alkylamide aus der ganzen Pflanze enthält?

Alkylamide sind zwar in den oberirdischen Teilen der Pflanze enthalten, aber auch die in den Wurzeln vorkommenden sind sehr wichtig. Das liegt daran, dass es sich um eine bestimmte Art von Alkylamiden handelt, die bekanntermaßen eine modulierende oder immunmodulatorische Wirkung auf unser Immunsystem haben. Das bedeutet, dass sie es stimulieren, wenn es nicht stark genug reagiert, und es beruhigen, wenn es überreagiert. Der immunmodulatorische Wirkmechanismus solcher Präparate ist bei schwerer Grippe eine gute Hilfe, wie es etwa bei der Vogelgrippe in den Jahren 1918/19 der Fall war.

Die Menschen starben, weil ihr eigenes Immunsystem überreagierte und das Virus mit entzündlichen Zytokinen und einem ganzen Arsenal von Immunzellen angriff, wodurch die Lunge so stark geschädigt wurde, dass der Betroffene erstickte. Da die Forschung die immunmodulatorische Wirkung des Sonnenhuts nachgewiesen hat, wurde er auch in die Liste der pflanzlichen Heilmittel aufgenommen, die bei solchen Erkrankungen helfen können (Herbal Treatments for Pandemic Influenza: Learning from the Eclectics‘ Experience).

Tinkturen ohne Alkylamide aus der Wurzel sind natürlich nicht wirkungslos. Das Problem ist nur, dass sie eine Reihe von Substanzen enthalten, die in erster Linie unser Immunsystem ankurbeln. Aus diesem Grund wurde in der Vergangenheit Menschen mit Autoimmunkrankheiten von Sonnenhutpräparten abgeraten. Bei diesen Menschen greift das Immunsystem das körpereigene Gewebe an. Aus demselben Grund wurde die Verwendung des Sonnenhuts auf 8 Wochen mit mindestens einer Woche Pause beschränkt, um mögliche übermäßige Auswirkungen solcher Präparate auf das Immunsystem zu verhindern.

Trotz neuer Erkenntnisse über die immunmodulatorische Wirkung des Purpur-Sonnenhuts, der aus einer alkoholischen Tinktur der ganzen Pflanze zubereitet wird, und trotz der Tatsache, dass für solche Zubereitungen seit mehreren Jahrzehnten keine Auswirkungen auf Autoimmunerkrankungen nachgewiesen wurden, sind die oben genannten Empfehlungen heute nicht anders. Leider wird Menschen mit Autoimmunkrankheiten immer noch offiziell von der Einnahme aller Formen von Sonnenhutspräparaten abgeraten und es gelten immer noch zeitliche Beschränkungen.

Wie bereitet man den unterirdischen Teil der Tinktur aus Purpur-Sonnenhut (Echinacea) zu?

Idealerweise sollte die Wurzel einer dreijährigen Pflanze ausgegraben werden. Dies ist auch Praxis im Unternehmen, das die Echinacea-Tinktur nach dem Rezept von Alfred Vogel herstellt. Für die Herstellung der Tinktur müssen nicht viele Wurzeln ausgegraben werden, da der oberirdische Teil der Tinktur mit nur wenigen Prozent der Tinktur aus dem unterirdischen Teil vermischt wird. Die Menge der Wurzeln, die ausgegraben werden müssen, hängt also davon ab, wie viel Tinktur Sie bereits vom oberirdischen Teil der Pflanze haben.

Im Allgemeinen ist der Herbst die beste Zeit, um die Wurzeln auszugraben. Als allgemeine Faustregel für die Berechnung des benötigten Materials werden 150-200 g frisches Material und 800-850 g Alkohol (50- bis 65-prozeniger Ethanol) benötigt, um einen Liter Tinktur herzustellen. Die Wurzel wird gründlich gewaschen und fein gehackt. In ein Glas geben und den Alkohol darüber gießen. Das Glas verschließen und  für etwa 10 Tage an einen dunklen Ort stellen, wobei es zwischendurch mehrmals umgerührt werden sollte. Anschließend wird die Mischung durch ein Filterpapier abgegossen (Kaffeefilterpapier ist für den Notfall auch geeignet). Vergessen Sie nicht, die Flasche, in die die Tinktur gefüllt wird, mit Angaben über den Inhalt zu beschriften. 5 % der entstandenen Tinktur werden dann mit 95 % der Tinktur aus dem oberirdischen Teil der Echinacea-Pflanze gemischt, um eine immunmodulatorische Tinktur zu erhalten.

Wenn Sie Ihre Gesundheit eher schwach ist, können Sie die Tinktur bereits in den ersten Erkältungsmonaten zur Vorbeugung verwenden, und zwar in etwas niedrigeren Dosen als zur Therapie. Es ist auch hilfreich, um die Genesung von Erkältungen oder Grippe und den damit verbundenen Komplikationen zu beschleunigen.

Erwachsene sollten 3 bis 5 Mal täglich 15 bis 25 Tropfen der Tinktur zur Therapie einnehmen. Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren sollten 3 Mal täglich 10 Tropfen einnehmen. Die Tropfen werden in ein Glas Wasser gemischt und getrunken.

 

Mehr zum Purpur-Sonnenhut sowie vielen weiteren Pflanzen, die bei Erkältungskrankheiten helfen, finden Sie im Buch „Heilkräuter und Gewürze gegen Viren„.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.